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Ratgeber

Was ist Bitcoin? Blockchain, Halving und Gebühren einfach erklärt

Bitcoin einfach erklärt: Blockchain, Mining, 21 Millionen Höchstmenge, Halving vom 20. April 2024, Gebühren und wo Bitcoin in DACH genutzt wird.

Auf dieser Seite
  1. Was ist Bitcoin einfach erklärt?
  2. Wie funktioniert die Blockchain von Bitcoin?
  3. Warum gibt es nur 21 Millionen Bitcoin?
  4. Was ist das Bitcoin-Halving?
  5. Wie hoch sind Bitcoin-Transaktionsgebühren?
  6. Wo wird Bitcoin im deutschsprachigen Raum genutzt?
  7. Ist Bitcoin in Deutschland, Österreich und der Schweiz legal?
  8. Welche Risiken hat Bitcoin?
  9. Wie fängt man mit Bitcoin an?
  10. Häufige Fragen
  11. Quellenverzeichnis

Bitcoin ist ein digitales Geldsystem ohne Zentralbank und ohne Firma, die es betreibt. Tausende Rechner auf der ganzen Welt führen gemeinsam ein öffentliches Kassenbuch, die Blockchain, und einigen sich alle zehn Minuten im Schnitt auf einen neuen Block mit Transaktionen. Die Regeln stehen im Programmcode, den jeder einsehen kann, und legen unter anderem fest, dass es nie mehr als 21 Millionen Bitcoin geben wird. Diese Seite erklärt, wie das funktioniert, was Gebühren und Halving bedeuten und wo Bitcoin im deutschsprachigen Raum heute eine Rolle spielt.

Was ist Bitcoin einfach erklärt?

Bitcoin ist ein dezentrales Zahlungsnetz und zugleich die gleichnamige Währungseinheit. Wer Bitcoin besitzt, hält einen privaten Schlüssel, mit dem er Guthaben auf einer Adresse an eine andere Adresse übertragen kann. Jede Übertragung wird im Netz geprüft und dauerhaft in der Blockchain gespeichert. Keine Bank muss zustimmen, und niemand kann eine bestätigte Transaktion nachträglich rückgängig machen.

Die erste Spezifikation und der Prototyp wurden laut bitcoin.org 2009 von Satoshi Nakamoto auf einer Kryptographie-Mailingliste veröffentlicht. Der erste Block, der sogenannte Genesis-Block, trägt laut dem Block-Explorer mempool.space den Zeitstempel 3. Januar 2009. Wer Satoshi Nakamoto ist, ist bis heute nicht bekannt. Für den Betrieb des Netzes spielt das keine Rolle, weil es niemanden gibt, der es abschalten oder die Regeln allein ändern könnte.

Merkmal Bitcoin Euro auf dem Girokonto
Herausgeber kein Herausgeber, Ausgabe nach festen Regeln im Protokoll Europäische Zentralbank und Geschäftsbanken
Höchstmenge 21 Millionen BTC keine feste Grenze
Teilbarkeit 8 Nachkommastellen (0,00000001 BTC = 1 Satoshi) 2 Nachkommastellen (Cent)
Verwahrung selbst (Wallet) oder bei einem Verwahrer bei einer Bank
Einlagensicherung keine bis 100.000 Euro je Bank und Kunde
Rückbuchung nicht möglich bei Lastschrift und Fehlern möglich
Kursschwankung gegenüber Euro sehr hoch keine

Wie funktioniert die Blockchain von Bitcoin?

Die Blockchain ist eine Kette von Datenblöcken, in denen alle Bitcoin-Transaktionen seit 2009 stehen. Jeder Block enthält einen Fingerabdruck des vorherigen Blocks, deshalb ließe sich eine alte Transaktion nur ändern, wenn man alle folgenden Blöcke neu berechnet. Miner bündeln neue Transaktionen zu Blöcken und konkurrieren mit Rechenleistung darum, den nächsten Block anzuhängen. Dieses Verfahren heißt Proof of Work.

Wer einen gültigen Block findet, erhält eine Belohnung aus neu geschaffenen Bitcoin, die Blocksubvention, plus die Gebühren aller Transaktionen im Block. Jeder Teilnehmer, der einen sogenannten Full Node betreibt, prüft selbst, ob Blöcke und Transaktionen den Regeln entsprechen. Ungültige Blöcke werden von diesen Nodes abgelehnt, egal wie viel Rechenleistung dahintersteht. Das ist der Grund, warum auch große Miner die Regeln, etwa die Höchstmenge, nicht einfach ändern können.

  • Block: ein Paket von Transaktionen, im Schnitt alle zehn Minuten.
  • Mining: Rechenwettbewerb um den nächsten Block, Belohnung in Bitcoin.
  • Node: ein Rechner, der alle Regeln selbst prüft und die Blockchain speichert.
  • Adresse: öffentliche Kennung, an die man Bitcoin sendet, vergleichbar mit einer Kontonummer.
  • Privater Schlüssel: geheime Zahl, mit der man Ausgaben von einer Adresse signiert.

Warum gibt es nur 21 Millionen Bitcoin?

Die Höchstmenge ist im Protokoll festgelegt. Neue Bitcoin entstehen nur als Blocksubvention für Miner, und diese Subvention halbiert sich alle 210.000 Blöcke, also etwa alle vier Jahre. Dadurch nähert sich die Gesamtmenge immer langsamer der Grenze von 21 Millionen an. Laut bitcoin.org endet die Ausgabe neuer Bitcoin vollständig, sobald diese Gesamtsumme erreicht ist.

Weil Bitcoin bis zur achten Nachkommastelle teilbar ist, müssen Sie keinen ganzen Bitcoin kaufen. Bei deutschen Börsen und Neobrokern ist ein Kauf schon ab wenigen Euro möglich, Sparpläne bei Trade Republic beginnen laut Preis- und Leistungsverzeichnis bei 10 Euro pro Ausführung. Die kleinste Einheit, 0,00000001 BTC, heißt nach dem Erfinder Satoshi.

Was ist das Bitcoin-Halving?

Das Halving ist die automatische Halbierung der Blocksubvention alle 210.000 Blöcke. Das letzte Halving fand am 20. April 2024 mit Block 840.000 statt. Seitdem erhalten Miner pro Block 3,125 neue Bitcoin statt vorher 6,25. Das nächste Halving folgt bei Block 1.050.000 und wird, je nach tatsächlicher Blockzeit, um das Jahr 2028 erwartet.

Block 840.000 ist ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel von Subvention und Gebühren: Laut mempool.space brachte er dem Miner insgesamt rund 40,75 BTC ein, davon 3,125 BTC Subvention und rund 37,6 BTC Transaktionsgebühren, weil viele Nutzer genau in diesem historischen Block eine Transaktion unterbringen wollten. Langfristig sollen die Gebühren die schrumpfende Subvention als Einnahme der Miner ersetzen.

Ereignis Blockhöhe Subvention je Block
Start (Januar 2009) 0 50 BTC
1. Halving (2012) 210.000 25 BTC
2. Halving (2016) 420.000 12,5 BTC
3. Halving (2020) 630.000 6,25 BTC
4. Halving (20. April 2024) 840.000 3,125 BTC
5. Halving (erwartet um 2028) 1.050.000 1,5625 BTC

Wie hoch sind Bitcoin-Transaktionsgebühren?

Die Gebühr hängt nicht vom gesendeten Betrag ab, sondern von der Datengröße der Transaktion und davon, wie viele andere Transaktionen gerade auf einen Platz im nächsten Block warten. Laut bitcoin.org werden Gebühren relativ zur Größe der Transaktion in Bytes berechnet. Wer mehr zahlt, wird schneller bestätigt. Eine Überweisung von 50 Euro kann deshalb genauso viel kosten wie eine über 50.000 Euro.

Auf einer Börse merken Sie davon wenig: Die Börse verrechnet Käufe und Verkäufe intern, auf der Blockchain wird erst bei einer Auszahlung gebucht. Dafür verlangen Börsen eine Auszahlungsgebühr, die je nach Anbieter fest oder an die Netzlage angepasst ist. Bitvavo nennt für Bitcoin laut Gebührenseite 0,000019 BTC. Für kleine, schnelle Zahlungen gibt es das Lightning-Netzwerk, eine zweite Ebene über Bitcoin. Die Gebühren der Börsen vergleicht die Seite Krypto-Gebühren.

Wo wird Bitcoin im deutschsprachigen Raum genutzt?

Das bekannteste Beispiel ist Lugano im Tessin. Die Stadt hat 2022 zusammen mit Tether die Initiative Plan ₿ gestartet. Laut der offiziellen Seite können Gebühren und Steuern der Stadt vollständig in Bitcoin und USDT bezahlt werden, und mehr als 360 Geschäfte in Lugano akzeptieren Bitcoin, USDT oder die lokale Token-Währung. In Deutschland und Österreich wird Bitcoin dagegen vor allem als Anlage gehalten.

Ein Zeichen dafür ist das Bankangebot: Im Register der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA stehen Anfang November 2026 zahlreiche deutsche Banken mit einer Erlaubnis für Krypto-Dienstleistungen, darunter 72 Volks-, Raiffeisen- und andere Genossenschaftsbanken sowie DekaBank, DZ BANK, Deutsche Bank und Commerzbank. In Österreich sitzt mit Bitpanda in Wien eine der großen europäischen Kryptoplattformen, mit Coinfinity und 21bitcoin gibt es zwei auf Bitcoin spezialisierte Anbieter mit FMA-Zulassung. Laut Plan ₿ und dem ESMA-Register ist Bitcoin damit in allen drei Ländern über regulierte Wege zugänglich.

Ja. Besitz, Kauf und Verkauf von Bitcoin sind in allen drei Ländern erlaubt. Bitcoin ist aber kein gesetzliches Zahlungsmittel, niemand muss es annehmen. Anbieter, die für Kunden Bitcoin tauschen oder verwahren, brauchen in Deutschland und Österreich eine Zulassung nach der EU-Verordnung MiCA, in der Schweiz unterstehen sie dem Geldwäschereigesetz und gegebenenfalls der FINMA.

Die Details stehen auf der Seite zur MiCA-Verordnung. Steuerlich gilt in Deutschland eine einjährige Haltefrist, in Österreich ein Sondersteuersatz von 27,5 %, in der Schweiz sind private Kursgewinne grundsätzlich steuerfrei, mehr auf der Seite Krypto-Steuern.

Welche Risiken hat Bitcoin?

Das größte Risiko für Anleger ist die Kursschwankung: Der Wert gegenüber Euro und Franken kann in kurzer Zeit stark steigen oder fallen. Dazu kommen technische Risiken bei der Verwahrung, etwa der Verlust der Seed Phrase, und Betrug, der Bitcoin wegen der unumkehrbaren Transaktionen besonders oft betrifft. Eine Einlagensicherung gibt es nicht. Diese Seite ist keine Anlageberatung.

  • Kursrisiko: Investieren Sie nur Geld, dessen Verlust Sie verkraften können.
  • Verwahrungsrisiko: Börsen können gehackt werden oder pleitegehen, eigene Wallets können verloren gehen. Mehr dazu unter Krypto auf der Börse lassen?.
  • Betrug: Versprechen garantierter Renditen, angebliche Krypto-Berater am Telefon und gefälschte Börsen. Prüfen Sie jeden Anbieter im ESMA-Register.
  • Unumkehrbarkeit: Eine an die falsche Adresse gesendete Zahlung ist in der Regel verloren.

Wie fängt man mit Bitcoin an?

Der übliche Weg ist ein Konto bei einer zugelassenen Börse oder einem Neobroker, eine Überweisung per SEPA und der erste Kauf, oft als Sparplan. Wer langfristig hält, überträgt größere Beträge auf eine eigene Wallet. Wichtig ist vorab, die Kosten zu vergleichen, die Zulassung des Anbieters zu prüfen und die Seed Phrase einer eigenen Wallet sicher offline aufzubewahren.

Schritt für Schritt erklärt das die Anleitung Bitcoin kaufen. Welche Börsen zugelassen sind, zeigt die Übersicht der Krypto-Börsen, Hardware-Wallets vergleicht Ledger vs. Trezor vs. BitBox. Alle Ratgeber finden Sie auf der Startseite.

Häufige Fragen

Wer hat Bitcoin erfunden?

Bitcoin wurde von einer Person oder Gruppe unter dem Namen Satoshi Nakamoto entwickelt. Spezifikation und Prototyp erschienen laut bitcoin.org 2009, der erste Block trägt den Zeitstempel 3. Januar 2009.

Wie viele Bitcoin gibt es maximal?

Es wird nie mehr als 21 Millionen Bitcoin geben. Die Blocksubvention halbiert sich alle 210.000 Blöcke, bis die Höchstmenge erreicht ist.

Wann war das letzte Bitcoin-Halving?

Am 20. April 2024 mit Block 840.000. Seitdem beträgt die Blocksubvention 3,125 BTC. Das nächste Halving bei Block 1.050.000 wird um das Jahr 2028 erwartet.

Muss man einen ganzen Bitcoin kaufen?

Nein. Bitcoin ist bis zur achten Nachkommastelle teilbar. Die kleinste Einheit, 0,00000001 BTC, heißt Satoshi. Viele Anbieter ermöglichen Käufe und Sparpläne ab wenigen Euro.

Kann man in der Schweiz mit Bitcoin Steuern zahlen?

In Lugano ja: Laut der städtischen Initiative Plan ₿ können Gebühren und Steuern der Stadt in Bitcoin und USDT bezahlt werden.

Quellenverzeichnis

  1. 01bitcoin.org: Häufig gestellte Fragenbitcoin.org
  2. 02mempool.space: Genesis-Block (Block 0)mempool.space
  3. 03mempool.space: Block 840.000mempool.space
  4. 04Plan ₿ Luganoplanb.lugano.ch
  5. 05ESMA: Interim MiCA register, authorised CASPs (CASPS.csv)esma.europa.eu
  6. 06Trade Republic: Preis- und Leistungsverzeichnis (v11.2025)assets.traderepublic.com
  7. 07Bitvavo: Gebührenbitvavo.com

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