Auf dieser Seite
- Was ist der Unterschied zwischen USDT und USDC?
- Warum haben EU-Börsen USDT delistet?
- Welche Euro-Stablecoins gibt es?
- Was kostet der Tausch von Euro in Stablecoins?
- Wie sicher sind Stablecoins?
- Wie werden Stablecoins in Deutschland, Österreich und der Schweiz besteuert?
- Was gilt für Stablecoins in der Schweiz?
- Wofür nutzt man Stablecoins sinnvoll?
- Häufige Fragen
- Quellenverzeichnis
Verdict: Für Anleger in Deutschland und Österreich sind USDC und EURC von Circle die naheliegenden Stablecoins, weil Circle sie über ein in Frankreich zugelassenes E-Geld-Institut nach MiCA ausgibt und regulierte Börsen sie führen. USDT von Tether ist weltweit verbreitet, wird aber von EU-Börsen wie Kraken für Kunden im EWR nicht mehr gehandelt. Wer in Euro bleiben will, findet mit EURC, EURCV oder dem deutschen EURAU Alternativen.
Stablecoins sind Token, deren Wert an eine staatliche Währung gebunden ist, meist an den US-Dollar oder den Euro. Sie dienen als Parkplatz zwischen zwei Trades, für schnelle Überweisungen zwischen Börsen und zunehmend für Zahlungen. Seit MiCA gelten Stablecoins, die eine einzige Währung abbilden, rechtlich als E-Geld-Token und dürfen in der EU nur von Banken oder E-Geld-Instituten öffentlich angeboten werden. Diese Seite vergleicht die wichtigsten Stablecoins für den deutschsprachigen Raum.
| Stablecoin | Emittent | Währung | Status in der EU | Handel bei EU-Börsen (Beispiele) |
|---|---|---|---|---|
| USDT (Tether) | Tether | US-Dollar | kein MiCA-zugelassener Emittent in der EU | bei Kraken für EWR-Kunden nicht mehr handelbar, Auszahlung weiter möglich |
| USDC | Circle (E-Geld-Institut in Frankreich) | US-Dollar | nach MiCA ausgegeben seit 1. Juli 2024 | Bitvavo (USDC/EUR), Kraken |
| EURC | Circle | Euro | nach MiCA ausgegeben seit 1. Juli 2024 | Bitvavo (EURC/EUR, EURC/USDC) |
| EURCV, USDCV | SG-Forge (Société Générale) | Euro, US-Dollar | laut Emittent MiCA-konform | Bitvavo, Bitpanda (EURCV) |
| EURAU, CHFAU | AllUnity (Frankfurt, BaFin-reguliert) | Euro, Schweizer Franken | EURAU laut Emittent MiCAR-konform | nicht geprüft |
| DAI | kein Unternehmen, Protokoll | an US-Dollar angelehnt | bei Kraken für EWR-Kunden nicht mehr handelbar | nicht geprüft |
Was ist der Unterschied zwischen USDT und USDC?
USDT von Tether und USDC von Circle bilden beide den US-Dollar ab und werden mit Reserven aus Bargeld und kurzlaufenden Staatsanleihen gedeckt. Der wichtigste Unterschied für Europa ist die Regulierung: Circle gibt USDC über ein in Frankreich zugelassenes E-Geld-Institut nach MiCA aus. Tether hat keinen in der EU zugelassenen Emittenten, deshalb führen regulierte Börsen USDT für Kunden im EWR nicht mehr.
Laut Circle erhielt die französische Gesellschaft am 1. Juli 2024 eine Lizenz als E-Geld-Institut von der französischen Bankenaufsicht ACPR, seitdem werden USDC und EURC in der EU nach den MiCA-Pflichten ausgegeben. Für Inhaber heißt das: Es gibt einen Emittenten in der EU, der zum Rücktausch zum Nennwert verpflichtet ist, und ein veröffentlichtes Whitepaper. USDT bleibt außerhalb der EU der größte Stablecoin und wird auf vielen Netzwerken genutzt. Wer USDT in einer eigenen Wallet hält, darf das weiterhin, er findet nur seltener eine regulierte EU-Börse, die es gegen Euro tauscht.
Warum haben EU-Börsen USDT delistet?
MiCA erlaubt das öffentliche Angebot und den Handel von E-Geld-Token in der EU nur, wenn der Emittent als Kreditinstitut oder E-Geld-Institut zugelassen ist und ein Whitepaper veröffentlicht hat (Art. 48 MiCA). Weil Tether diese Zulassung in der EU nicht hat, haben regulierte Börsen USDT für Kunden im EWR aus dem Handel genommen. Kraken listet USDT, DAI, PYUSD und weitere Stablecoins für Kunden in 30 EWR-Staaten als nicht mehr handelbar.
Laut Kraken-Support (zuletzt aktualisiert am 29. Oktober 2026) können Kunden im EWR USDT weiterhin abheben. Einzahlungen sind technisch möglich, Kraken rät aber davon ab, weil das Guthaben anschließend nicht gehandelt werden kann. Betroffen sind unter anderem Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Irland und die Niederlande, laut Liste auch Österreich als EWR-Staat. Die Schweiz ist nicht im EWR und fällt nicht unter MiCA.
Die Gebührenseite von Bitvavo zeigt dasselbe Bild: Als Stablecoin-Paare führt die Börse USDC/EUR, EUROP/EUR, EURCV/EUR, USDCV/EUR und EURC/USDC, aber kein USDT.
Welche Euro-Stablecoins gibt es?
Der bekannteste Euro-Stablecoin ist EURC von Circle, der seit Juli 2024 nach MiCA ausgegeben wird. Dazu kommen EURCV von SG-Forge, einer Tochter der Société Générale, und EURAU der Frankfurter AllUnity, die von DWS, Flow Traders und Galaxy gegründet wurde und nach eigenen Angaben BaFin-reguliert ist. Für Anleger in Euro haben sie den Vorteil, dass kein Wechselkursrisiko zum Dollar entsteht.
Laut AllUnity ist EURAU der erste MiCAR-konforme Euro-Stablecoin aus Deutschland, gedeckt im Verhältnis 1:1 mit Euro-Reserven über mehrere Banken. Im September 2026 meldete das Unternehmen den Start von EURAU, CHFAU und SEKAU auf einem weiteren Netzwerk. Circle schreibt in seinem Rückblick vom 1. Juli 2025, EURC sei innerhalb eines Jahres auf das Fünffache gewachsen. Gemessen am Dollar ist der Euro-Markt der Stablecoins trotzdem klein, was sich in geringerer Liquidität auf manchen Börsen zeigt.
| Kriterium | USDC | EURC | USDT |
|---|---|---|---|
| Währung | US-Dollar | Euro | US-Dollar |
| Wechselkursrisiko für Euro-Anleger | ja | nein | ja |
| MiCA-Emittent in der EU | ja (Circle, Frankreich) | ja (Circle, Frankreich) | nein |
| Handel bei Kraken für EWR-Kunden | nicht ausgeschlossen | nicht ausgeschlossen | nicht mehr möglich |
| Bitvavo, Einstiegsgebühr | USDC/EUR 0,10 % Maker und Taker | EURC/EUR 0,00 % Maker, 0,01 % Taker | nicht angeboten |
Was kostet der Tausch von Euro in Stablecoins?
Bei Bitvavo kostet der Tausch von Euro in EURC in der Einstiegsstufe 0,00 % als Maker und 0,01 % als Taker, für USDC/EUR jeweils 0,10 %. Bitpanda berechnet im Broker laut Kosteninformationsdokument 0,99 % für Stablecoins, mit Ausnahme von EURCV, für den keine Trading-Gebühr anfällt. Bei einem illustrativen Tausch von 1.000 Euro sind das bei Bitvavo höchstens 1 Euro, bei Bitpanda 9,90 Euro für USDC.
Handel mit Stablecoin-Paaren zählt bei Bitvavo laut Gebührenseite nicht zum 30-Tage-Volumen für die Rabattstufen. Wer Stablecoins nur als Zwischenstation nutzt, sollte außerdem bedenken, dass jeder Tausch in Deutschland steuerlich eine Veräußerung sein kann, siehe unten. Alle Gebühren der Anbieter vergleicht die Seite Krypto-Gebühren.
Wie sicher sind Stablecoins?
Ein Stablecoin ist nur so stabil wie die Reserven und der Rücktausch seines Emittenten. Bei MiCA-konformen E-Geld-Token gilt der Token rechtlich als E-Geld, und der Emittent muss ihn zum Nennwert zurücktauschen. Risiken bleiben: Reserven können bei einer Bank festsitzen, Emittenten können Adressen sperren, und dezentrale Stablecoins ohne Emittent hängen von Sicherheiten und Code ab. Eine Einlagensicherung gibt es nicht.
- Reserverisiko: Wie gut der Token gedeckt ist, zeigen die Berichte des Emittenten. Circle veröffentlicht Transparenzberichte, Tether vierteljährliche Bestätigungen.
- Sperrrisiko: Zentrale Emittenten können Token auf bestimmten Adressen einfrieren, etwa auf behördliche Anordnung.
- Netzwerkrisiko: Derselbe Stablecoin existiert auf mehreren Blockchains. Wer an das falsche Netzwerk sendet, kann die Token verlieren.
- Regulierungsrisiko: Wie das Beispiel USDT zeigt, kann ein Token in einer Region schnell schwerer handelbar werden.
Wie werden Stablecoins in Deutschland, Österreich und der Schweiz besteuert?
In Deutschland gelten Stablecoins steuerlich als Kryptowerte. Der Tausch von Bitcoin in USDC ist eine Veräußerung, und der Tausch zurück in Euro innerhalb eines Jahres kann einen Gewinn oder Verlust auslösen, etwa durch Kursänderungen des Dollars. In Österreich ist der Tausch zwischen Kryptowährungen, auch in Stablecoins, steuerneutral. In der Schweiz bleiben private Kursgewinne grundsätzlich steuerfrei.
Ein Sonderfall in Österreich: Laut BMF fallen Kryptowährungen, die nach dem 28. Februar 2021 angeschafft wurden, unter den Sondersteuersatz von 27,5 %, ausgelöst erst beim Tausch in Euro oder in Waren. Wer also Bitcoin in USDC tauscht, zahlt dabei noch keine Steuer. Deutsche Anleger, die oft zwischen Bitcoin und Stablecoins wechseln, starten dagegen bei jedem Tausch die einjährige Haltefrist neu. Die Regeln aller drei Länder stehen auf der Seite Krypto-Steuern.
Was gilt für Stablecoins in der Schweiz?
In der Schweiz gilt MiCA nicht, deshalb sind USDT und andere Stablecoins dort nicht von den EU-Regeln betroffen. Die FINMA hat am 26. Juli 2024 in der Aufsichtsmitteilung 06/2024 kritisiert, dass viele Schweizer Herausgeber über Ausfallgarantien von Banken ohne eigene Bankbewilligung arbeiten, und Mindestanforderungen an diese Garantien festgelegt. Außerdem warnt sie vor erhöhten Risiken bei Geldwäscherei und Sanktionsumgehung.
Für Schweizer Anleger ist der Franken-Stablecoin interessant: AllUnity hat neben EURAU auch CHFAU auf den Markt gebracht. In Lugano werden USDT und Bitcoin laut der Initiative Plan ₿ sogar für städtische Gebühren und Steuern akzeptiert. Die rechtliche Einordnung erklärt die Seite zur MiCA-Verordnung, die die Schweizer Regeln ebenfalls behandelt.
Wofür nutzt man Stablecoins sinnvoll?
Stablecoins sind praktisch, um zwischen Börsen Geld zu bewegen, ohne Bankarbeitstage abzuwarten, um nach einem Verkauf in einem stabilen Wert zu bleiben, ohne auszuzahlen, und für Zahlungen in Ländern mit schwacher Währung. Als Sparanlage sind sie wenig geeignet: Sie bringen selbst keine Zinsen, und Erträge aus Verleih oder „Earn“-Produkten sind mit zusätzlichen Risiken verbunden.
- Prüfen Sie, ob Ihr Stablecoin einen in der EU zugelassenen Emittenten hat.
- Wählen Sie bei Überweisungen das Netzwerk, das sowohl Absender als auch Empfänger unterstützen.
- Euro-Anleger vermeiden mit EURC oder EURAU das Dollar-Wechselkursrisiko.
- Größere Beträge gehören wie andere Kryptowerte in eine eigene Wallet, siehe Krypto-Wallets.
Zugelassene Börsen für Deutschland und Österreich zeigt die Übersicht der Krypto-Börsen. Alle Ratgeber finden Sie auf der Startseite. Kryptowerte sind schwankungsreich, diese Seite ist keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Ist USDT in Deutschland verboten?
Nein. Der Besitz von USDT ist nicht verboten. Weil Tether keinen nach MiCA zugelassenen Emittenten in der EU hat, bieten regulierte Börsen wie Kraken USDT für Kunden im EWR aber nicht mehr zum Handel an. Auszahlungen bleiben bei Kraken möglich.
Ist USDC MiCA-konform?
Ja. Circle erhielt am 1. Juli 2024 über seine französische Gesellschaft eine Lizenz als E-Geld-Institut der ACPR und gibt USDC und EURC seitdem in der EU nach MiCA aus.
Gibt es einen deutschen Euro-Stablecoin?
Ja, zum Beispiel EURAU der Frankfurter AllUnity, die von DWS, Flow Traders und Galaxy gegründet wurde. Das Unternehmen bezeichnet EURAU als ersten MiCAR-konformen Euro-Stablecoin aus Deutschland.
Muss ich Stablecoins versteuern?
In Deutschland ist der Tausch von Kryptowerten in Stablecoins eine Veräußerung, innerhalb eines Jahres kann ein steuerpflichtiger Gewinn entstehen. In Österreich ist der Tausch zwischen Kryptowährungen steuerneutral, in der Schweiz sind private Kursgewinne grundsätzlich steuerfrei.
Gilt das USDT-Delisting auch in der Schweiz?
Nein. Die Schweiz ist weder in der EU noch im EWR, MiCA gilt dort nicht. Die FINMA regelt Stablecoins mit eigenen Vorgaben, etwa der Aufsichtsmitteilung 06/2024.
Quellenverzeichnis
- 01Circle: Circle is first global stablecoin issuer to comply with MiCA (1 July 2024)circle.com
- 02Circle: One Year of MiCA (1 July 2025)circle.com
- 03Kraken Support: Stablecoin offerings for EEA clientssupport.kraken.com
- 04EUR-Lex: Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA), Art. 48eur-lex.europa.eu
- 05Bitvavo: Gebührenbitvavo.com
- 06Bitpanda: Kosteninformationsdokument zu Krypto-Assets (Version 3.0.0)cdn.bitpanda.com
- 07AllUnity: Startseiteallunity.com
- 08FINMA: Aufsichtsmitteilung 06/2024 Stablecoinsfinma.ch
- 09BMF Österreich: Steuerliche Behandlung von Kryptowährungenbmf.gv.at
- 10Deubner Steuern: BMF-Schreiben vom 6. März 2025 (PDF)deubner-steuern.de
- 11Plan ₿ Luganoplanb.lugano.ch
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